Regenwald-Rodung in Brasilien: Europa trägt große Mitschuld

Wenn im Amazonas Regenwälder brennen, löst das hier Entsetzen aus. Doch oft ist es die europäische Nachfrage nach billigem Tierfutter, die zu noch mehr Rodungen führt. Eine Studie macht das Ausmaß deutlich.

           

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Der große Denkfehler ist, dass ein Fleischverzicht signifikanten Einfluss auf die Anbaumenge hätte. Soja wird aber nicht wegen dem Fleisch sondern wegen dem Öl angebaut. Nur der riesige Bedarf an Sojaöl und der im Vergleich zu anderen Ölpflanzen geringe Ölgehalt der Sojabohne führt zu den gigantischen Mengen an Sojaschrot, der das Futter und damit das Fleisch so billig macht. Es ist zwar richtig, dass ca. 80% des Sojas im Tierfutter landen, dies liegt aber daran, dass die Bohne einen Ölanteil von ca. 20% hat, der zu 95-98% extrahiert wird. Es wird trotzdem bei den konventionellen Produzenten nur ein Bruchteil tatsächlich direkt für die Futtermittelproduktion angebaut. Dies ist im Bio-Bereich völlig anders. Dort ist auch der Anteil, der ins Futter geht, ca. dreimal so teuer wie bei den Konventionellen, hat produktionsbedingt schlechtere Eigenschaften für die Fütterung und das Öl muss zu zu deutlich schlechteren Preisen verkauft werden. Aber für den Bio-Soja werden keine Flächen gerodet, sonst würden die Produzenten direkt ihre Bio-Anerkennung verlieren.Wenn man das Sojaöl ersetzen kann, dann wird der Schrot und damit die Fleischproduktion teuer.


Es ist schon fazinierend, wie sich diese Falschaussage zum Viehfutter hält, obwohl sie ohne Weiteres zu wiederlegen ist. Die EU importiert den überwiegenden Anteil an Soja aus den USA und zwar nicht als Viehfutter. Bei der Ölgewinnung von Soja fallen lediglich 19 % Öl, 3 % Wasser und 78 % Presskuchen (Abfall) an. Lediglich dieser Sojakuchen wird an Tiere verfüttert. Im Regenwald von Brasilien kann bei einer Jährlichen Niederschlagsmenge von 2200 L/qm kein Soja angebaut werden. Die Brandrodungen werden lediglich auf die Exportaussichten für südamerikanisches Rindfleisch im Zuge des Mercusurabkommens für Weideland gerodet. Es ist also nur davon abhängig, wieviel Sojaöl für Lebensmittel in Europa benötigt wird, da Beimengungen zum Kraftstoff in Europa kaum stattfinden. Je weniger Sojaöl gepresst wird, je weniger Sojakuchen fällt an und muss an die Tiere verfüttert werden, wenn man ihn nicht nutzlos entsorgen will. Zudem handelt es sich bei Ihrem Verweis nicht um eine Studie, sondern über einen Text in einem Wissenschaftsblatt, der eine gänzlich andere Aussage hat. Aber es ist natürlich einfach, Menschen zu manipulieren, wenn man so tut, als wäre die Quelle eine Studie in englisch. Die Wenigsten machen sich die Mühe, die Aussage zu überprüfen. Das nennt man dan vermutlich Meinungsbildung. Leider aber nicht Bildung.


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