Wie das Wechselmodell funktioniert: Eine Woche bei Papa, eine Woche bei Mama

Luna hat zwei Zuhause, zwei Kinderzimmer, zwei Familien: Sie lebt eine Woche bei Papa, eine bei Mama. Klappt das

           

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unser zwerg findet es gut, dass er zwei zuhause hat. er ist viel bei papa. das klappt gut. manchmal machen wir was zusammen. corona hat uns zwar beschnitten aber die jahre zuvor haben viel einiges noch zusammen gemacht. wir reden auch noch miteinander und trinken kaffee. tauschen uns zig mal über whatsapp aus. na ja, es ist nirgends einfach, es muss auch erst wachsen. aber eines ist gewiss, es geht nur mit viel geduld, nachgeben und verständnis für die schwächen des anderen. unser kind ist happy so, verhandelt ständig, ob und wann ich ihn vielleicht doch noch eine stunde zu papa bringe. witzig und auch schön, immer wenn es geht erfüllen wir ihm das. hin und her für den kurzen. weihnachten war er bei papa, silvester bei mir. nächstes jahr wird getauscht, wenn alles das möchten. mir ist es recht, was der zwerg möchte, seine wünsche liegen uns am herzen. ja, es muss sehr viel gegeben werden, nachsehen, auch opfer bringen, für das kind. na und. irgendwann sind die kinder groß dann düsen die selbst los, erfüllen sich wünsche, holen sich, was sie brauchen. nene. kinder brauchen beide elternteile, wenn es klappt. leider klappt das bei vielen nicht. meine meinung ist, wenn das jugendamt drin hängt ist der ofen aus. klingt falsch für einige. ok, das habe ich aber beobachtet. mein gertrennlebender mann möchte, dass es uns gut. bis zum heutigen tag hat er das gezeigt. so wie ich auch möchte, dass es ihm gut geht, wir unterstützen uns, für das kind, gemeinsam. das ist voll anstrengend, richtig nervig auch manchmal aber so muss es sein. falsch ist es, wenn man sich zu sehr einmischt oder den anderen gängelt, dass kommt vor und muss im keim erstickt werden. der mittelpunkt muss das kind sein. wechselmodelle gibt es viele, irgendwas passt immer. ich finde es auch gut, dass kinder sich abnabeln von jedem elternteil, dass gehört dazu, es entwickelt sich. auch ohne mama kann man leben;) ich war immer der ansicht, dass ich mit dafür sorgen muss, dass eine enge bindung zum papa bleibt. alles gute für alle kinder. springt über den schatten aber nicht drüber hinweg:)


Ich hab das Wechselmodell 2,5 Jahre mit 3 Kindern gemacht. Meine Erfahrung war ein Alptraum. Die Kinder hatten keine richtige Zugehörigkeit zu einer Familie und fühlten sich überall zu Gast. Sie hatten Schlafstörungen und waren mitunter Nachts verwirrt, in welchem Bett sie liegen und wo die Toilette ist! Ihr Vater war komplett überfordert, allein die Kinder dem Wetter angemessen anzuziehen. Schulische Belange wurden von ihm ständig vergessen. Um es mal hart zu sagen, der Vater wollte das, damit er kein Unterhalt zahlen muss, bekam aber außer Spielplatzbesuche garnix auf die Kette! In der Zeit musste er nämlich keinen Cent bezahlen und weil ich so ein netter Mensch bin und nicht die geldgeile Ex sein wollte, durfte er sogar das Kindergeld behalten. Als die Kinder dann bei mir lebten und ich mir erdreistete das Kindergeld zu wollen (kein Unterhalt bis dahin), ist der gute Mann nämlich komplett ausgeflippt. Ich habe dann die Reißleine gezogen, nachdem dann das 3. Kind auch noch in Therapie sollte(auch auf Wunsch der Kinder) und sie komplett zu mir genommen. Ich hätte das schon ehr machen müssen, wollte aber den Kindern ihren Vater nicht vorenthalten. Dem Vater war das irgendwie alles egal, naja, dann sollen sie halt zum Psychologen, dann verkraften die das schon. Ich war zu gutmütig, mich auf ihn zu verlassen, dass es läuft und die Kinder zu jung, um die Situation zu verstehen.Ich mach ihm da auch kein Vorwurf, er hat es halt einfach nicht hinbekommen und war überfordert in vielen Bereichen!Nachdem die Kinder dann komplett bei mir waren brauchten sie 2 Jahre, um sich davon zu erholen. Jedesmal wenn sie von Vater wiedermal hörten... ja, das müssen wir beim Jugendamt besprechen, bekamen sie regelrecht Panik, dass der Vater das Modell erneut möchte. Nächtelang habe ich mit ihnen geredet und sie beruhigt, dass ich den nicht zustimmen werde
Seit der Zeit sehen die Kinder ihren Vater jedes 2. Wochenende und 3 Nachmittage in Monat. In ihrem Freizeitstress ist ihnen das manchmal noch zu viel. Öfter hat der Vater mittlerweile kein Interesse mehr, was auch die Kinder merken! (3 Monate Ferien im Jahr und er schafft mit betteln 2 Wochen abzudecken)
Die Zeit war ein Alptraum!


Gehört es inzwischen nicht zum gesellschaftlichen Standard und guten Ton, dass Kinder wegen Scheidung bzw. Aufhebung der Partnerschaft ihrer Eltern zwei Wohnsitze haben? Nein, mein Ansinnen ist es nicht, mich auf „alte, gute Zeiten“ zu berufen, aber die Tatsache, dass inzwischen mehr Ehen geschieden werden, als dass sie bis zum Tode eines Ehepartners andauern, ist eine sehr bedauerliche Entwicklung. Eine Ehe sollte selbstverständlich nicht um jeden Preis aufrechterhalten werden, aber da heutzutage jeder seinen bornierten Willen durchsetzen will und Kompromissfähigkeit offenbar ein seltenstes Gut geworden ist, darf man sich über die Entwicklung nicht wundern. Eine Entwicklung zum Nachteil der Kinder - um die es in diesem Bericht schließlich geht.



Der Vater unseres Kindes und ich trennten uns als Joshua ca 2,5 Jahre alt war. Völlig friedlich, das wichtigste war und ist uns keinerlei Streitigkeiten auf dem Rücken unseres Kindes auszutragen . Anfangs war Joshua noch 5 Tage die Woche bei mir und die restlichen Tage bei seinem Papa. Er hatte auch 2 Kinderzimmer und Papa wohnte fast um's Eck. ich bin Erzieherin und bin der festen Überzeugung das (so wie fast alles) von den Eltern steuerbar ist bzw. es geht darum was die Eltern daraus machen. In unserem Fall war es so, daß mein Sohn das gefallen hat, 7 Tage die Woche bei Papa und seinen Halbgeschwistern und dann wieder 7 Tage bei Mama mit seinen anderen Spielsachen usw. Ich bin dann überzeugt, wenn man positiv an die Sache herangeht, versteht das Kind dies auch in seinem Maße positiv! Bei uns war es auf jeden Fall so. Leider stehen zwischen Trennung von Mann und Frau viel Verletztheit , ungesunde Beziehung hinter sich und vieles mehr. so das man dazu neigt, den Partner bei dem Kind schlecht zu machen. Für uns war es das Wichtigste das dies nie passiert. Es war nie stressig, wir fühlten uns niemals unwohl und uns war es wichtig Joshua immer ein gutes Gefühl mit auf dem Weg zu geben. Joshua ist jetzt 22, er ist ein guter Junge macht eine Lehre zum Erzieher und das Wichtigste, er ist glücklich!!!


Ich finde es faszinierend das hier nur Eltern kommentieren und keine Kindern die in dem Wechselmodell erlebt haben, deswegen hier mal meine Erfahrungen als Wechselmodell Kind: ich bin 12 Jahre lang hin und her gependelt, Mo bis Do beim Vater, Do bis So bei meiner Mutter und ich muss sagen das es mir im Alter von 16 Jahren so dermaßen auf den Senkel ging das ich mich entscheiden musste. Meine Eltern sind nur 10 Minuten von einander entfernt, aber als Kind hatte ich einen Ort an dem ich viele Freunde hatte und einen an dem ich keinen Anschluss finden konnte, das Gefühl wird besonders im Alter ätzend. Mich schlussendlich entscheiden zu müssen gehörte zu den härtesten Entscheidungen in meinem Leben, mit dem Ergebnis das ich mich eigentlich von beiden entfernt habe. Meine Eltern haben ein gutes Verhältnis, das Problem ist es also nicht. Das Modell kann für Eltern gut funktionieren, für die Kinder wird es irgendwann kritisch, mag natürlich sein das andere bessere Erfahrungen gemacht haben. Natürlich ist es auch keine Option zwei verstrittene Eltern zu haben die sich "dem Kind zu Liebe" nicht trennen wollen, das aber auch nur wenn es gar nicht mehr geht. Am besten lässt man tatsächlich dem Kind die Wahl, die hatte ich auch, aber als Kind kann man die Konsequenzen nicht erfassen. Also muss man auch als Elternteil früher oder später mit Konsequenzen rechnen. Ich würde mal behaupten das ich früh selbstständiger war als andere Kinder und ich hab kein Problem mir Beschäftigung zu suchen..... Der Preis waren einsamkeit und der traurige Versuch es allen Parteien recht machen zu wollen.


Ich denke das ein Funktionieren zu 99% davon abhängt ob die beiden Elternteile zusammenarbeiten oder gegeneinander.
Meine Exfrau zb. denkt das unsere 5 jährige Tochter 12 ist und meint das sie jetzt schon alles alleine machen muss. Wie soll ein Kind dann noch Kind sein. Sie bekommt jetzt schon Zwänge antrainiert und brauch nach dem anziehen 2 Stunden um sich zu beruhigen, wenn ein Strumpf nicht Milimetergenau am dicken Zeh platziert ist oder ein Kleidungsstück in der falschen Reihenfolge angezogen wird
Ich als Vater kann dagegen leider nichts tun da mir rechtlich die Hände gebunden sind weil man sowas nicht beweisen kann und die Mutter absolut resistent gegen Kritik ist. Aber es ist nicht schön zu sehen wie überfordert und fertig ein 5jähriges Kind ist was quasi schon zum Erwachsen werden gezwungen wird.
Und das schlimmste ist wie sehr sie ,wenn sie alle 14-Tage bei mir ist, förmlich darum bettelt eben bei all diesen Alltagssituationen Hilfe zu bekommen weil sie es nicht gewohnt ist.
Ich ziehe den Hut vor jedem Trennungspaar und Wünsche euch das ihr in dieselbe Richtung steuert für eure Kinder!


Es ist doch immer die Frage um wen geht es denn hier? Um die Kinder. Meiner Meinung nach liegt die Formel ob das Konstrukt (ob wöchentliches oder Tage/wochenendweiser Wechsel) funktioniert bei den Eltern und deren Umgang miteinander. Hier muss man halt auch den Groll oder Frust über den anderen Ex-Partner beiseite schieben.
Ich habe eine Tochter aus einer ersten Beziehung und sie wechselt die Haushalte zwischen 2 Patchwork Familien, hatten dem einen Haushalt 2 Patchwork Geschwister und eine Halbschwester und in unserem Haushalt einen Patchworkbruder und einen Halbbruder. Alle Kinder werden als Gewchwister bezeichnet, nix halb oder stief..
Der Umgang mit allen Erwachsenen verläuft respektvoll auch wenn ich mir sicher bin dass meine Ex oder auch ich nicht immer mit allem konform sind. Aber unterm Strich müssen beide Haushalte an einem Strang ziehen damit meine Tochter nicht bei Mama darf ich das und bei Papa das sagt. Somit hat sie eine Struktur die sich in weiten Teilen ähnelt. Es gibt immer unterschiede auch in bestehenden „normalen“ Erstbezehnungen.
Summarum wenn es nicht funktioniert sollten sich die Erwachsenen an die Nase packen und überlegen was sie vielleicht falsch machen und was sie besser machen können.


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