Debatte über schnellere Schulöffnungen: Lehrer kriegen die Krise

Schluss mit der Notbetreuung, Kitas und Schulen sollen endlich wieder regulär öffnen - diese Forderung wird lauter. Pädagogen mahnen jedoch: Dafür sind wir nicht bereit.

           

https://www.facebook.com/derspiegel/posts/10158938200269869

Die Lehrer haben Recht - macht doch endlich Homeschooling perfekt - das kostet zudem weniger, als die ganzen maroden Schultoiletten nur 1 x zu reparieren. Gleich 2 Fliegen mit einer Klappe - aber halt, die Mütter wollen ja arbeiten. Die Gefahr eines Rollbacks in die Mutterrolle ist die Erlösung von der unsinnigen Karriere und dem Geldverdienen - für die Frauen und die Kinder. Wenn die Frau gleich sein will, einfach als sog. Trans zum Mann operieren, keine Kinder und sie hat das Leben eines Mannes, zahlt die Krankenkasse. Gleiche Rechte bedeutet, sie kann kinderlos bleiben und es stehen alle Universitäten und Berufe offen für Frauen, was der Fall ist. Solange Frauen Kinder bekommen, werden sie Mütter sein und das ist das beste, was es gibt. Die Gesellschaft sollte statt dessen genau das endlich als gleichwertig anerkennen, damit diese hin- und hergerissenen Frauen nicht mehr länger arbeiten müssen, um etwas wert zu sein oder sich als gleichberechtigt wahrnehmen. Nach der Babypause ist die Ausbildung der Frauen meist gar nichts mehr wert. Man sollte sich Gedanken darum machen, Frauen nach den Kindern und der Pause eine wertvolle neue Ausbildung zu ermöglichen, da hakt es wirklich, dafür wird kein Geld locker gemacht vom Staat. Die Lebenswirklichkeit Alleinerziehender, Männer und Frauen, ist zudem eine vollkommen andere, als von kinderlosen Frauen oder Männern, Arbeiten ist meist vollkommen ausgeschlossen, daher sind die arm, was für eine Schande! Auch deren Kinder sind arm, dabei arbeiten die rund um die Uhr, aber das ist der Gesellschaft nichts wert, das ist der eigentliche Skandal, dass man zum zusätzlichen Arbeiten in einem Job gezwungen wird, sonst streichen sie einem noch das wenige Hartz IV und die Kinder werden entzogen. Das ist genauso schlimm hier, wie im Sozialismus der DDR. Wer Teilzeit arbeiten kann, hat meist so wenig Rente, trotz Kindern, dass er für immer arm bleibt, es muss eine Mindestrente her, sofort. Vor dem Staat ist man als Alleinerziehender oder als jahrelange, verheiratete "NUR" Mutter nichts wert, man bekommen nicht mal eine neue Ausbildung, höchstens etwas weit unter dem, was man zuvor machte, als billiger Gehilfe, und man ist dann einfach arm oder abhängig, ein Bittsteller bis ins hohen Alter, weil man ein Kind oder mehrere hat, absolut unfassbar.


Diese Überschrift geht am Inhalt leider vorbei... Worum es eigentlich geht, ist die Tatsache, dass es bereits vor der Pandemie einen akuten Lehrermangel gab. Woher nimmt man das Personal, wenn jetzt viele ausfallen könnten. Genauso wie in anderen Berufsgruppen. Dann fällt das ganze System zusammen. Warum gibt es so wenige, die diesen Beruf machen wollen? Die Antworten findet man teilweise in den Kommentaren hier. Oft genug reagiere ich auf bestimmte Aussagen mit der Frage: Warum bist du nicht Lehrer geworden? Antwort fast immer: Nein, das tue ich mir nicht an - das könnte ich nie. Das gilt mit Sicherheit auch für die anderen systemrelevanten Berufsgruppen genauso. Wie auch immer, ich beziehe meine Anerkennung aus den Reaktionen der Kinder - sie sind mir wichtig.


Der Punkt ist doch, es muss trotzdem Hygienekonzepte und auch pädagogische Konzepte ( nicht zu vergessen ) geben, die müssen auch umgesetzt werden und das Ganze muss praxisnah sein. Manche Forderungen werden durch dramatisierende, emotionalisierende Beschreibungen untermauert, als wenn alle Kinder, die nun ein paar Wochen Schule oder Kita verpasst haben psychisch fürs Leben geschädigt wäre. Es wird Panik gemacht auch aus Fachrichtungen, bei denen man den Eindruck hat, sie würden sich überflüssig fühlen, wenn sie jetzt nicht aufschreien. Wenn die Schul- und Kitaabstinenz so dramatische Folgen haben würde, müsste ja jedes Kind, dass aus Gesundheitsgründen mal länger der Schule fernbleiben musste, als Erwachsener komplett durchgedreht sein. Man sollte die Kirche im Dorf lassen und auch einige Psychologen und Soziologen müssen die Welt so betrachten wie sie ist und nicht nur durch die Brille ihres Fachs. Man hat das Gefühl dass auch Kinder- und Jugendmedizinier beleidigt sind, dass zu oft auf Virologen und nicht auf sie gehört wurde. Ein Ego-Streit, den man jetzt echt nicht gebrauchen kann. die Pandemie ist halt nicht vorbei, man muss sich damit arrangieren, das geht nur mit Konzepten und die verhindern ein einfaches "normal weiter" so. Vor allem darf der Schutz des Personals auch nicht komplett hintenüber fallen. Und ganz zum Schluss muss man noch sagen, dass nicht vergessen werden darf, dass Kitas und Grundschulen vor allem auch pädagogische Aufgaben haben und nicht primär Verwahrstellen für Kinder sind, damit die Eltern arbeiten gehen können. Denn in vielen Diskussionen scheint genau das in den Vordergrund zu rücken unter dem Deckmantel der Sorge um die Kinder. LehrerInnen und ErzieherInnen sind keine Babysitter 2.0 und Menschen die ein Recht auf Arbeitsschutz haben und auf Konzepte die für alle Beteiligten funktionieren.



Durch diese Krise wird gerade deutlich, welche Defizite all die Jahre immer wieder weiter verschleppt wurden.

1. Personalmangel an Schulen wird uns jetzt wieder ganz besonders deutlich. Vorher fielen halt viele Stunden aus und es juckte niemanden. Jetzt könnte man unter Einhaltung der Hygienevorschriften meist kaum 40% der Schüler beschulen.

2. Überalterte Kollegien bringen eben auch viele Menschen in Risikogruppen hervor. Hier kann man nur hoffen, dass langfristig gedacht wird und zukünftig über den Bedarf ausgebildet und eingestellt wird.

3. Schulgebäude stehen häufig den jetzt viel kritisierten Schlachthöfen in nichts nach. Des Weiteren stehen sie in ihrem Aufbau und ihrer Taktung immer noch im Geiste einer Bildung von vor über 100 Jahren.

4. Digitalisieren, während der Corona Krise plötzlich vehementer gefordert als je, war ausschließlich eine Leistung der Lehrkräfte und Resultat ihres Engagements. Die materiellen Bedingungen selbst, um einen erfolgreichen Ausbau digitalen Lernens voranzutreiben sind auch JETZT noch nicht gegeben, ja noch nicht mal angedacht. Passende Dienstgeräte für Lehrer? Einheitliche Endgeräte für Schüler? Klarheit bezüglich Datenschutz? Eine angemessene Breitbandverbindung? Alles Fehlanzeige. Ich sag es mal wie es ist. In einer Schule, die an Digitalität ausgestattet ist wie Wladiwostock 1960 werden nie tolle digitale Konzepte entstehen. Zumindest nicht auf breiter Ebene.

5. Das Bild des Lehrers hat sich in den letzten Jahrzehnten so rapide ins Negative gewandelt. Danke dafür übrigens Herr Schröder. Das, und das müssen endlich die Eltern verstehen, ist ein großes Gift für die Atmosphäre im Klassenraum. Wenn im Elternhaus mit teils wirklich abwertenden Kommentaren über den Lehrer hergezogen wird, in den Medien permanent Raum für Pauschalurteile über faule Lehrer Raum geboten wird, meist ausgehend von Eltern, die ihren Sören oder ihre Chantal für Wunderkinder halten, brauchen wir uns nicht wundern, wenn das Verhalten in Klassenzimmern immer desaströser wird. Erziehung ist halt keine Einbahnstraße. Respekt muss von beiden Seiten kommen.

Eins muss man sich eingestehen. Schule in ihrer jetzigen Form ist, und damit müssen alle Beteiligten gemeint sein, gescheitert und es bräuchte jetzt viel Mut, Offenheit und Entschlossenheit, aus diesem Scheitern wieder ein Gelingen zu machen. Und zwar ebenfalls von allen Beteiligten.


"Lehrkräfte, die nachweislich an einer Vorerkrankung leiden, sollten demnach nicht zum Unterricht in die Schulen kommen. Lehrkräfte, die zur Risikogruppe gehören, darunter etwa Schwangere oder Kollegen über 60 Jahre, sollten dies nur auf freiwilliger Basis tun. ...Sollten sie auch zu Hause bleiben können, wenn etwa nahe Angehörige zur Risikogruppe gehören?"

Als Mitte/Ende März überall dicht gemacht wurde, bis auf Einzelhandel, Polizei, usw., hat damals irgendjemand danach gefragt wen das z.B. beim Verkaufspersonal betrifft? Über 60, Risikopatient, kranke Angehörige im selben Haushalt?

Und da gab es noch keine Hygienepläne, Masken (im Gegenteil - es hieß "Masken bringen nichts, kauft sie auf keinen Fall um sie beim Einkaufen zu tragen"), und die ersten Tage gab es auch keine Abstandsregeln.
Wer Symptome hatte wurde nicht getestet ("kein nachgewiesener enger Kontakt von mind. 15 Minuten zu einem durch Test bestätigten Fall der namentlich genannt werden kann"), und entsprechend auch die Kollegen nicht in Quarantäne geschickt, oder gar getestet.
Begründung: Tests sind rar und teuer.

Wieviele Supermärkte wurden seitdem geschlossen wegen Corona-Ausbruch, wieviele Tote Verkäufer-/innen haben wir zu beklagen?
Bei der hohen Gefahr die damals herschte müssen es ja tausende gewesen sein....

Jetzt gibt es Abstandsregeln, Masken, es wird bei Symptomen schnell getestet, und bei entsprechendem Ergebnis die Menschen voneinander getrennt, damit sich nicht weitere Kollegen usw. im Umfeld anstecken. Jeder Lehrer der jetzt wieder in den Unterricht geht ist um ein Vielfaches sicherer als jede Verkäuferin und jeder Polizist es in den ersten Wochen war.
Aber die Staatsangestellten verlangen natürlich wie immer mal wieder eine Besserstellung gegenüber dem banalen Volk...

Es war von Anfang an nie das Ziel die Pandemie zu stoppen (das ist überhaupt nicht mehr möglich), sondern die Ausbreitung zu verlangsamen. Das ist uns gelungen.

In der Zwischenzeit konnte sich jeder der immerhin bis jetzt die Möglichkeit hatte zuhause zu bleiben ("systemrelevante" Angestellte bekamen diese von Anfang an nicht) damit auseinandersetzen, ob er in Zukunft noch am Leben teilnehmen möchte, oder ob ihm die Gefahren des Alltags (da gab es auch früher schon jede Menge von) nun entgültig zuviel werden und er/sie sich lieber von der Menschheit in seinen 4 Wänden isolieren möchte.

Wer meint seinen Job nun nicht mehr ausüben zu wollen, weil er Angst hat, der hat wie jeder andere Mensch in der freien Wirtschaft auch die Freiheit zu kündigen.
Der 60jährigen Verkäuferin mit dem 65jährigen Mann mit Vorerkrankung bot sich auch nie eine andere Möglichkeit als die Wahl zwischen weiterarbeiten oder kündigen.


Helmholtz Studie dazu...hmmmmmmm ?????? Ich glaube, da läuft was aus dem Ruder, wenn Wissenschaft so ignoriert wird. Fängt an bei ,,Verdopplung der Familienzahl ( Studie lesen ) und hört auf die Aerosolen im Raum ( alle 15 min lüften bzw Prüfungen sollten nur 15min dauern ) , von der Altersstruktur der Lehrer und Pädagogen mal ganz zu schweigen. ( Randbemerkung : es sagt auch einiges über das System Kinder-Schule aus , wenn 30 % der Lehre/innen zur Riskogruppe der Ü60 gehören ) Aber...ist ja alles nicht mein Problem. Erst wenn ich es habe. Natürlich. Darum fahre ich jetzt mit meinen Kumpels los und sauf mal so richtig...geht ja sonst nicht...( Ironie)....ist aber ein anderes Thema. Übrigens : Hamburg soll von Anfang an eine Lösung für Notbetreung gemacht haben. Hm?????? und andere ? Weiß ich ehrlich gesagt nicht und kann dies auch nicht verifizieren , da es sich um eine Aussage des Hamburger Bürgermeisters handelt. Das Online Unterricht keine Lösung darstellt, kann ich aus meiner eigenen Erfahrung sagen. Das jetzige Modell der Schulöffnungen geht nur : ganztages Lehrer/innen Einsatz ( Vor und Nach Mittags) , Verkleinerung der Klassen und Hygiene Regeln ( die außerhalb der Schule einfach nicht mehr existieren-meine Wahrnehmung) , kombiniert mit Online Angeboten. Wobei da durchaus neue Problematiken bestehen : Nicht vorhanden sein von IT, schlecht ausgebildete Lehrer/innen, keine entsprechenden PC,s vor Ort bei den Schüler/innen und Eltern, die mit der pädagogischen Arbeit des Unterrichtens überfordert sind- ist ja auch nicht deren Aufgabe. So Herr Laschet CDU -NRW Ministerpräsident ) : viel zu tun. Aber wie sagten Sie , das sei Aufgabe der unteren Ebenen.......


Man könnte sich auch einfach mal ein Beispiel an Rostock nehmen. Dort können sich die Bürger kostenlos testen lassen. Schüler und Lehrer werden regelmäßig getestet. Aber ne, laut rki ja sinnlos. So wie auch Masken etc.
Fakt ist es wird ein Konzept benötigt und das schnell. Egal ob die Eltern am Stock gehen oder Lehrer Angst haben. Unsere Kinder vereinsamen durch mangelnden Kontakt zu gleichaltrigen. Das wird Folgen haben die wir erst später sehen werden.
Außerdem sollte mal aufgehört werden nur noch Deutsch und Mathe zu unterrichten. Kreativität und Bewegung ist in solchen Zeiten viel besser als bloßen Stoff in sich rein zu hämmern.


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