"Politik muss so schnell wie möglich reagieren": Debatte um Kita- und Schulöffnungen zieht an

Es gibt keine zwei Meinungen darüber, dass Kinder Schule und Kita brauchen. Aber: Wie nimmt man alle mit - die, die nach Öffnungen verlangen und die, die Sorgen und Ängste haben?

           

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Für Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern ist die Rückkehr in Schule und Kita bestimmt ein Segen. Pauschal vor gravierenden gesundheitlichen Folgeschäden für alle Kinder zu warnen, halte ich dennoch für überzogen. Diese Warnung entbehrt auch nicht einer gewissen Ironie, denn ausgerechnet der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte hat in den vergangenen Jahren verstärkt darauf hingewiesen, dass Schule aus verschiedensten Gründen Stress und psychosomatische Krankheiten auslösen kann.
Es ist es ja zudem ein offenes Geheimnis, dass viele Kinder nicht gern zur Schule gehen, unter schulischem Druck leiden, oder das Gefühl haben, viel unnützes Wissen ins Kurzzeitgedächtnis stopfen zu müssen.

Insofern ist nicht auszuschließen, dass diese schulferne Zeit nicht nur „nicht schadet“, sondern der Gesundheit einiger Kinder sogar sehr zuträglich ist.

Bei der Kita geht es natürlich nicht um Leistungsdruck. Je nach Gruppengröße und Betreuungszeit kann sie aber auch Stress bedeuten. Und sehr viele Generationen vor den heutigen Kita-Kindern sind ohne Kita aufgewachsen. Sind sie deshalb alle krank?


Wo ist die wissenschaftliche Evidenz für die Schulschliessungen und die Gefahr für und durch Kinder? Wir hätten jedes Jahr in der Grippesaison die Schulen schließen müssen, denn die saisonale Grippe ist nachweislich auch für Kinder und Jugendliche ein Risiko, Covid19 laut mehrheitlicher wissenschaftlicher Auffassung eher nicht. Auch die Ansteckungsgefahr durch Kinder ist eher geringer.
Die Pläne zur Schließung waren der Situation geschuldet, etwas tun zu wollen, als die Lage unübersichtlich war. Die Pläne zur Schulöffnung hätten sofort danach begonnen und vermittelt werden müssen. Angst und Unsicherheit durch die mediale Wiederholung immer der gleichen Zahlen ,ohne diese in Relation zu setzten , führt zu dieser unsäglichen Situation.
Bei unter 15000 Infizierten in ganz Deutschland ( 0,018% der Weltbevölkerung),, wäre eine Grippesaison für beendet erklärt.


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